Gemeinplatz: Drehbuchautor

Gemeinplatz: Drehbuchautor

Sich erkundigen, ob man als Drehbuchautor auch die Dialoge und das alles schriebe.

»Oh, Drehbuchautor? Für’s Theater, oder?«

»Und? Kann man davon leben?«

Die spontane Hoffnung äußern, dass man als Drehbuchautor seine Arbeit besser mache als diejenigen, die für das niveaulose Zeug verantwortlich seien, das angeblich heutzutage im Fernsehen liefe.

Den Drehbuchautor fragen, ob er nicht mal eine Rolle übrig hätte.

Gegen Ende des auffallend interessiert geführten Gesprächs anmerken, dass man überzeugt davon sei, die eigene Lebensgeschichte, oder jedenfalls Teile daraus, gehörten dringend aufgeschrieben oder verfilmt – natürlich mit Hilfe des betreffenden Drehbuchautors.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass es sich bei einem Drehbuchautor um eine Art Wunschfee handelt, die man um jeden Preis nutzen sollte: für die eigene Unsterblichkeit in Form einer schriftlichen oder filmischen Biografie, für die lang ersehnte Rolle in einem Film, als Vorbild für den erwogenen Berufswechsel oder ganz selbstlos einfach nur für ein besseres Fernsehprogramm.