Über den Autor

 

Robert Hugh Benson war ein Konvertit. Geboren am 18. November 1871, gestorben am 19. Oktober 1914. Zunächst zum anglikanischen Priester geweiht, tritt er 1903 in die katholische Kirche ein und lässt sich im folgenden Jahr dort erneut zum Priester salben. Auch wenn der Übertritt und die Priesterweihe eines der drei Söhne des Oberhauptes der Anglikanischen Kirche naturgemäß im katholischen Lager kurz nach der Jahrhundertwende für enorme Begeisterung sorgte, Benson selbst blieb in der katholischen Kirche ein Außenseiter. Während seiner Zeit in Rom, schreibt er immer wieder verwundert nach Hause, mit welcher Leichtigkeit er an einem Abend mit dem Klerus zu Tisch sitzt, nur um am nächsten Abend genauso vergnügt mit dessen heftigsten Kritikern zu speisen.

Er war enorm erfolgreich, als Priester genauso wie als Autor. Ihm gelang die Renaissance der katholischen Literatur in England, die unter dem puritanischen Geist der viktorianischen Jahre verloren gegangen schien.

Nur war er eben immer mehr als nur ein katholischer Autor. Benson schrieb in seinem kurzen Leben zahlreiche Romane, Geistergeschichten, Glaubensschriften und Theaterstücke. Zu seinen literarischen Vorbildern gehörte auch der Sozialist und Science-Fiction Autor H.G. Wells.

Sein persönliches Netzwerk umfasste seinerzeit weit mehr als Kleriker. Zu seinem Kreis gehörten schillernde Gestalten wie der bekennende Homosexuelle Frederick Rolfe. Mit ihm tauscht Benson eine Zeit lang beinahe täglich leidenschaftliche Briefe aus. Rolfe ist es auch, der Benson auf das Grundthema des „Herrn der Welt“, säkularer Sozialismus und die Ankunft des Antichristen, bringt.

„Herr der Welt“ ist vielleicht eines von Bensons persönlichsten Werken. In ihm wird der Autor greifbar in seinen Zweifeln an der Moderne und der Faszination für ihre Möglichkeiten.